Dr. Jan Stekelenburg, Internist und Oberarzt

Beim Sportklettern stürzte ich 12 Meter in die Tiefe

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Meine Leidenschaft sind die Berge und damit der Bergsport im Sommer sowie im Winter. Ich liebte schon immer das Bergsteigen, Klettern, Skifahren und das aktive Leben. Meinen 20. Geburtstag feierte ich mit meinen Bergkameraden der Jugend des Deutschen Alpenvereins Nordrhein Westfahlen, in einem Base Camp eines wunderschönen 6000ers in den bolivianischen Anden, den wir in den folgenden Tagen über eine neue Route erstbestiegen. Viele Jahre war ich tatkräftiges und aktives Mitglied der Jugend des Deutschen Alpenvereins und Leistungsschwimmer. Nach dem Abitur 1999 begann ich meinen Zivildienst im schönen Freiburg im Breisgau.

Zum Ende des Zivildienstes im neuen Jahrtausend veränderte sich mein Leben schlagartig. Beim Sportklettern in Finale Ligure in Italien stürzte ich 12 Meter in die Tiefe. Mit einer aufwendigen Rettungsaktion mit Hilfe der ansässigen Bergrettung und einem erfahrenen Hubschrauberteam konnte ich mit lebensgefährlichen Verletzungen geborgen und in die Universitätsklinik Genova ausgeflogen werden. Ich überlebte. Es folgte ein langer, anstrengender und holpriger Weg zurück in die Normalität: Eine 12 stündige Operation, 7 Tage Intensivstation, Repatriierung nach Deutschland, und eine insgesamt einjährige Rehabilitation in Bochum, Hopfen am See und Essen in Deutschland.

Dank der Unterstützung meiner Familie und meiner inneren Kraft hatte ich es geschafft, mit einer inkompletten Querschnittlähmung neue Herausforderungen zu suchen. Im Jahr 2001 erfüllte ich mir mit dem Beginn des Studiums der Humanmedizin in Freiburg im Breisgau meinen Traum. Schließlich führte mich zum Ende des Studiums und der Promotion mein Weg in die Schweiz. Meine Facharztausbildung zum Internisten und mein Weg zum Oberarzt führte mich über das Schweizer Paraplegiker Zentrum und das Luzerner Kantonsspital in die Hirslandenklinik St. Anna in Luzern. Ich hatte großes Glück, denn heute führe ich ein völlig  normales Leben. Ich arbeite als Oberarzt auf einer interdisziplinären Notfallstation. Trotz meines jungen Lebensalters beim Unfallereignis konnte ich meinen Weg selbstständig bestreiten und anderen Menschen in ähnlichen Situationen privat, beruflich und sportlich ein Vorbild sein.